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04.07.2017

2. Wasserkonferenz Saarland - Saarbrücken, 28. Juni 2017

Zukunftssichere Trinkwasserversorgung im Saarland

Die saarländischen Wasserversorgungsunternehmen haben in den letzten Jahren bereits zahlreiche Projekte zum Nachweis der Leistungsfähigkeit und Transparenz der Branche initiiert oder begleitet. Aus diesem Selbstverständnis heraus wurde auch die Idee für das vorliegende Projekt „Leistungsvergleich Wasserversorgung Saarland" geboren.

Die Projektergebnisse lassen sich mit zehn Kernaussagen zusammenfassend beschreiben:

1. Die Versorgung mit Trinkwasser im Saarland funktioniert sehr zuverlässig. Die Mehrzahl der Netze weist eine niedrige Schadensrate auf; jeder Kunde ist durchschnittlich gesehen gerade einmal 6 Minuten im Jahr ohne Trinkwasser. Selbst in Zeiten höherer Nachfrage ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, auch Spitzentage im Sommer bereiten keine Probleme.

 

2. Die Versorgungsqualität im Saarland befindet sich auf einem hohen Niveau. Mehr als die Hälfte des saarländischen Leitungsnetzes weist eine niedrige Wasserverlustrate auf. Der Qualitätsüberwachung des Trinkwassers wird eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. Im Erhebungsjahr traten nur bei drei Unternehmen Grenzwertüberschreitungen auf. Die danach veranlassten Kontrollproben ergaben bei allen drei Unternehmen keinen weiteren Befund, sodass die Versorgung vollständig unbeeinträchtigt blieb.

 

3. Der prozentuale Anteil der gültigen Zertifizierungen (Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagementsysteme) liegt bereits deutlich über dem Niveau anderer Bundesländer. 

 

4. Die saarländischen Unternehmen sind sich ihrer Nachhaltigkeits-Verantwortung bewusst. Die meisten Unternehmen folgen dem Grundsatz, den Umfang der jährlichen Leitungsrehabilitation dem langjährig erforderlichen Durchschnittswert für „gewachsene" Netze anzupassen. Da viele Leitungen in den 50er bis 70er Jahren des letzten Jahrhunderts neu gebaut wurden, ist davon auszugehen, dass sich der Erneuerungs- und Unterhaltungsaufwand für diese Netze zukünftig deutlich erhöhen wird. Die bisherigen Erneuerungsraten müssen deshalb in Zukunft erhöht werden, um diesen Erfordernissen zu entsprechen.

 

5. Der Arbeitsschutz wird bei allen saarländischen Wasserversorgern großgeschrieben.

6.  Die Ergebnisse der Kundenbefragung zeigen, dass die Kunden im Saarland sowohl mit der Qualität des Trinkwassers als auch mit dem Service ihres Wasserversorgers sehr zufrieden sind. Mehr als 90% der Befragten hat die Qualität ihres Trinkwassers mit „sehr gut" bzw. „gut" bewertet. Mit Blick auf den Service der beteiligten Unternehmen waren es rund 75%. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird als angemessen bewertet. Die saarländischen Kunden bewerten ihren Versorger in fast allen abgefragten Punkten besser als im Bundesdurchschnitt. Dies belegt vor allem die sehr hohe Zahl der uneingeschränkten Weiterempfehlungen ihres Wasserversorgungsunternehmens durch die Kunden.

 

7. Die saarländischen Rohwasserressourcen sind überwiegend in einem sehr guten oder guten Zustand. Das saarländische Trinkwasser wird zu 100% aus Grundwasser entnommen. Dem Schutz des Grundwassers wird im Saarland deshalb eine große Bedeutung beigemessen.

 

8. Unabhängig von der Gestaltung der Rechtsbeziehung zum Letztverbraucher, liegen die durchschnittlichen Ausgaben des Kunden für Trinkwasser in eine Spannweite zwischen 93 und 140 € pro Einwohner. Im Mittel erhält man im Saarland für einen Cent 3,88 Liter Trinkwasser (1 Liter = ca. 0,0026 €) – geliefert frei Haus. Damit ist Trinkwasser das wohl mit Abstand preiswerteste Getränk.

 9. Die Gesamtkosten für die Versorgung der Haushalts- und Kleingewerbekunden liegen zwischen 87 und 165 € pro Einwohner. Weiterhin zeigte sich bei der Analyse der Gesamtkosten auch ein deutlicher Einfluss des personenbezogenen Wasserverbrauchs. Je geringer dieser ist, desto höher sind die spezifischen Gesamtkosten der Unternehmen. Damit stößt das „Wassersparen" betriebswirtschaftlich für den Kunden an seine Grenzen, da aufgrund der Kostenstruktur in der Wasserversorgung systemimmanent ein hoher Fixkostenanteil anfällt. Im Saarland liegt der Pro-Kopfverbrauch rund 12 % unter dem Bundesdurchschnitt von 122 Litern pro Tag. Dies stellt für die saarländischen Unternehmen im bundesweiten Vergleich einen deutlichen Nachteil dar, da die notwendigen Fixkosten nur auf die geringere Abnahmemenge umgelegt werden können.

10. Beim Vergleich der Gesamtkosten mit den durchschnittlichen Ausgaben des Kunden wird ersichtlich, dass unabhängig von der Gestaltung der Rechtsbeziehung zum Endverbraucher, bei den meisten Unternehmen keine kostendeckenden Entgelte vorhanden sind.

 

 Video der Veranstaltung  

Kategorie: TOP Info, Aktuelles, Wasser

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